LJM 2016 2618„Wenn nichts ist, dann ist nichts“, so beschrieb Landesjugendobmann Fabian Bach bereits am zweiten Tag der Landesjugend- und Jüngstenmeisterschaft die Situation in Bezug auf den Wind – leider bestätigte sich dies auch am dritten und letzten Wettfahrttag der LJM in Radolfzell. Ohne weitere Wettfahrten ging die größte Jugendregatta Süddeutschlands am gestrigen Samstag zu Ende.



Das Wetter meinte es in diesem Jahr nicht gut mit den rund 150 Seglerinnen und Seglern in 110 Booten und sechs Klassen. Die stabile Hochdruckwetterlage machte bereits Tage vor Beginn der LJM wenig Hoffnung auf gute und segelbare Bedingungen. „Die Hoffnung der drei Wettfahrtleiter lag hier auf lokalen Thermikeinflüssen am Untersee, doch leider konnten sich diese nicht so durchsetzen wie erhofft – vermutlich war einfach der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Land nicht groß genug, sodass sich hier nicht wirklich segelbare Winde aufbauen konnten“, so Bach weiter, der selber Wettfahrtleiter mit internationaler Lizenz ist. So blieb den drei Wettfahrtleitern Conrad Rebholz (Württembergischer Yacht-Club), Marc Morath (Segel- und Motorbootclub Überlingen) und Michael Zeiser (Yacht-Club Radolfzell) mit ihren Teams nichts anderes übrig als mit den gegebenen Bedingungen zu arbeiten. So konnten in den ersten beiden Tagen der LJM immerhin drei bzw. vier Wettfahrten bei schwachen Windbedingungen über die Bahn gebracht werden – begeisterte Gesichter bei den Wettfahrtleitern gab es aber auch hierfür nicht.
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So einigte man sich auch in der allmorgendlichen Besprechung darauf, die Seglerinnen und Segler am dritten und letzten Wettfahrttag auch nur bei stabilen und konstanten Windverhältnissen auf die Bahnen zu schicken und so faire Wettfahrten zu ermöglichen. „Lieber keine Wettfahrten als am letzten Tag Schweinerennen bei Flaute“, so auch der bestätigende Kommentar der Seglerinnen und Segler, die sich die Wartezeit an Land mit Spielen am Tischkicker, baden oder am Glücksrad des LJM-Partners, der INTERBOOT Friedrichshafen vertrieben.

Immer wieder keimte Hoffnung auf einsetzende Winde auf, die Wettfahrtleitung schickte Motorboote zum Messen des Windes auf das Wasser. „2 Knoten im Schnitt sind keine segelbaren Bedingungen für Wettfahrten“, so jedoch das Fazit von Conrad Rebholz, der mit seinem Team für die Wettfahrten der Zweihandklassen 420er und 29er verantwortlich war. Zustimmung hierfür auch von Timo Haß, Obmann des neunköpfigen Schiedsgerichts der LJM, der auch Jugendobmann des Deutschen Segler-Verbandes ist und die LJM seit Jahren als Schiedsrichter unterstützt. Als Schiedsrichter mit internationaler Lizenz ist er weltweit auf einer Vielzahl von Regatten unterwegs, für die LJM Baden-Württemberg kommt der Starnberger gerne an den Bodensee.
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„Um 15.00 Uhr erfolgt die finale Entscheidung, ob wir die Seglerinnen und Segler doch nochmal aufs Wasser schicken oder ob es das für dieses Jahr war“, so Bach am frühen Nachmittag auf Nachfrage der Eltern und Trainer. Das letzte Ankündigungssignal für Wettfahrten ist für 16.00 Uhr in den Regeln festgeschrieben, doch muss man für das Auslaufen der Boote, das Aufbauen der Bahnen und die Startverfahren eine knappe Stunde rechnen. Derweilen brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, die Temperaturen steigen auf über 30 Grad und die Seglerinnen und Segler suchen den Schatten. „Bei solchen Temperaturen und der Sonneneinstrahlung kann man die Kinder und Jugendlichen auch nicht lange wartend auf dem Wasser halten – da muss man segeln können oder sie gleich wieder an Land schicken“, so die Aussage des Landesjugendobmanns und der Wettfahrtleiter. Gegen 14.30 Uhr fährt dann nochmals ein Motorboot auf den See – Wind messen. Die endgültige Entscheidung rückt näher. Es baut sich wieder ein Windstrich auf, doch zu klein für die drei Bahnen und zu schwach zum Segeln. Pünktlich um 15.00 Uhr ertönen zwei Schallsignale und das Flaggensignal für das Ende der Warterei wird am Flaggenmast des Wassersportclub Wäschbruck wird gesetzt. Sofort beginnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit, ihre Boote abzubauen und auf Autodächer oder auf Anhänger zu verladen. Die Siegerehrung ist für 16.00 Uhr geplant, danach soll es nach Hause gehen.
LJM 2016 2367 Bei der Siegerehrung bedanken sich die ersten Vorsitzenden der durchführenden Vereine Wassersportclub Wäschbruck sowie des Eisenbahner Sportverein Radolfzell, Helmut Eisler und Wolfgang Rebert bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bei der Organisation sowie der Durchführung der LJM tatkräftig unterstützt haben. Über ein Jahr hatten sich die beiden Vereine, unter Federführung von Jugendleiter Markus Hauck, auf die Regatta vorbereitet und geplant. Ein großer Dank ging auch an die Sponsoren, welche die LJM finanziell und mit Preisen für die Seglerinnen und Segler unterstützt haben. Landesjugendobmann Fabian Bach dankte den beiden durchführenden Vereinen für ihr unermüdliches Engagement zur Durchführung der Regatta und den jungen Seglerinnen und Seglern für ihre Teilnahme – und lud gleichzeitig zur Landesjugend- und Jüngstenmeisterschaft 2017 nach Friedrichshafen ein. Ein Dank ging auch an den Yacht-Club Radolfzell, der die beiden durchführenden Vereine mit seiner Infrastruktur und Ausrüstung unterstützte.
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Da am letzten Wettfahrttag keine weiteren Wettfahrten mehr in das Gesamtergebnis hinzukamen, blieb es bei der Rangfolge des zweiten Tages. Landesjugendmeister im 29er wurde das Team Niklas und Alisa Engelmann (YC Langenargen). Im 420er sicherten sich Tobias Sieweke und Oliver Munz (WYC Friedrichshafen) den Titel. Bei den Einhandklassen gewann Viola Loos (Stuttgarter Segelclub) in der Europe und im Laser Radial Luca Mayer (Konstanzer Yacht-Club) die jeweiligen Titel. Im Laser 4.7 ging der Titel des Baden-Württembergischen Jugendmeisters nach Bayern: Tim Raible (Tegernsee Touren Yacht-Club) konnte sich hier den ersten Platz sichern. Bei den Jüngsten im Optimist ersegelte sich ebenfalls eine bayerische Seglerin den Titel, Jule Ernst vom Deutscher Touring Yacht-Club am Starnberger See.


Alle Endergebnisse sind auf der Webseite zur LJM www.ljm-bw.de verfügbar.,

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